Die Vorsitzende der TAFEL Alzey e.V., Sigrid Kormannshaus, begrüßte die Delegierten der Trägerorganisationen. Dazu zählen die Kirchengemeinden der Stadt sowie Diakonie und Caritas.
In ihrem Vorstandsbericht für das Jahr 2025 blickte Kormannshaus auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Ein zentrales Thema war die Suche nach einem neuen Domizil für die Tafel. Viele Optionen mussten wieder verworfen werden. Gleichzeitig stand die Einrichtung unter Zeitdruck, da der Eigentümer des bisherigen Gebäudes eine Sanierung plante und bereits seit Monaten keine Reparaturen mehr durchführen ließ.
Anfang 2025 rückte ein Angebot der Stadt erneut in den Fokus: Die Wohnung in der Römerstraße 32 wurde frei und von der Alzeyer Baugesellschaft erneut angeboten. Es folgten intensive Verhandlungen über den Innenausbau mit dem Architekturbüro Deibert sowie über die Gestaltung der Außenanlagen, die sich im Eigentum der Stadt Alzey befinden. Dabei mussten unter anderem Fragen der Statik geklärt werden.
Mitte März wurden die Mietverträge erörtert und schließlich am 31. März unbefristet abgeschlossen. Zahlreiche Herausforderungen waren zu bewältigen: Da die neuen Räumlichkeiten deutlich kleiner sind, mussten Containerlösungen geschaffen werden. Neben Überdachungen und einer Rampe wurden ein Lager- und ein Kühlcontainer angeschafft.
Bei der Umsetzung erhielt die Tafel vielfältige Unterstützung. Neben zahlreichen privaten Spenderinnen und Spendern trugen auch Benefizveranstaltungen wie das Metal-Can-Konzert zur Finanzierung bei. Besonders hob Kormannshaus die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Alzeyer Baugesellschaft hervor. Geschäftsführer Riedel habe stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Tafel gehabt. Unerwartete Unterstützung kam zudem von Malermeister Appelshäuser, der gemeinsam mit einer Berufsschulklasse die neuen Räume malerte.
Eine zusätzliche Herausforderung ergab sich durch die Ankündigung der bisherigen Tafel-Leiterin, Frau Schneeweis, die aufgrund eines beruflich bedingten Umzugs ihrer Familie nach Österreich ihre Tätigkeit zum Ende der Sommerferien beenden musste. Sie begleitete den Umzug noch und bat anschließend um die Auflösung ihres Arbeitsvertrages.
Der Umzug von der Friedrichstraße in die Römerstraße erfolgte schließlich vom 7. bis 18. Juli 2025. Den größten Teil der Arbeit leisteten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Das Ein- und Auspacken sowie die Organisation der neuen Räumlichkeiten seien eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung gewesen. Bereits nach drei Wochen konnte die Tafel ihren Betrieb wieder aufnehmen.
In der Übergangszeit übernahmen Sigrid Kormannshaus und das Büroteam kommissarisch die Leitung der Alltagsgeschäfte. Zwar konnten die wichtigsten Aufgaben erledigt werden, doch blieb beispielsweise die Akquise neuer Lieferanten aus Zeitgründen liegen. Nach und nach normalisierten sich jedoch die Abläufe im Tafelbetrieb.
Probleme bereitete zeitweise die Abholung der Lebensmittelspenden. Der bisherige Lieferwagen erhielt keine TÜV-Plakette mehr, sodass das Abholvolumen mit dem vorhandenen Kühlfahrzeug allein nicht zu bewältigen war. Dank eines ausgeliehenen VW-Busses konnte die Versorgung zunächst sichergestellt werden. Aufgrund des Alters und Zustands des alten Fahrzeugs entschied sich der Vorstand nach Beratung mit dem Fahrerteam für die Anschaffung eines neuen Transporters. Diese ist inzwischen erfolgt, der alte Lieferwagen konnte verkauft werden.
Bewährt habe sich zudem die inzwischen bereits im dritten Jahr praktizierte Weihnachtspause der Tafel.
Bereits im Spätsommer schrieb der Vorstand die Stelle der Geschäftsführung neu aus. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen konnte zum 1. Januar 2026 mit Millicent Wolanin eine neue Geschäftsführerin gewonnen werden.
Im Anschluss stellte Kassiererin Birgit Becker den Kassenbericht vor. Der Kassenbestand sei gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. Die Kassenprüfung wurde von Werner Dolch und Eberhard Bürgers durchgeführt. Bürgers erläuterte, dass stichprobenartig Einnahmen, Ausgaben, Belege und weitere Unterlagen geprüft worden seien. Die Prüfung ergab keine Beanstandungen, sodass die Entlastung des Vorstands empfohlen wurde.
Die neue Geschäftsführerin Millicent Wolanin gab zudem einen Einblick in die aktuelle Statistik der Tafel. Von den derzeit 103 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 20 als Fahrer tätig, 39 in der Sortierung, 35 in der Ausgabe und neun im Büro. Die Kundinnen und Kunden stammen aus 26 Nationen, wobei die größte Gruppe aus der Ukraine kommt. Regelmäßig nutzen 647 Erwachsene, 345 Kinder und Jugendliche im Alter von 3-17 Jahren sowie 57 Kleinkinder das Angebot der TAFEL Alzey.
